Hygiene beim Hund

So individuell die Hunderassen, deren Persönlichkeit und Vorlieben sind, so unterschiedlich und intensiv sind auch die Ansprüche an eine artgerechte Pflege.

Das obligatorische Kämmen einiger Rassen ist nur eines von vielen Bedürfnissen, die es zu erfüllen gilt. Der Zeitbedarf will, wie vieles Andere, bereits vor der Anschaffung des geliebten Vierbeiners bedacht sein.

Wir möchten Euch hier einige beispielhafte Anregungen liefern die Gesundheit zu wahren, anstatt Krankheiten beseitigen zu müssen. Unsere Hinweise ersetzen jedoch nicht den Besuch beim Tierheilpraktiker oder Tierarzt.

Nein, das ist kein ernstgemeinter Vorschlag Eine Vermenschlichung des Hundes hat bei artgerechter Haltung keinen Platz

Ein Blick aus Hundeaugen...

Kennt Ihr das? Die Wurst ist vom Tisch verschwunden und Bello ebenfalls nicht zu sehen. Nach dem Rückruf steht er vor uns, schaut mit diesem herzzerreißend unschuldigen Blick und jede Verärgerung ist im Nullkommanix dahingeschmolzen.

An den Augen unserer Vierbeiner können wir aber auch deren allgemeinen Gesundheitszustand ablesen. Klar sollten sie sein und Rötungen, z.B. nach einer Spritztour im Cabrio, spätestens nach einem Tag verschwunden.

Eine Trübung der Linsen, ganz gleich ob in jungen Jahren oder im betagten Alter, muss nicht zwingend eine Einschränkung des Sehvermögens bedeuten. Und wenn doch: Geruchssinn sticht Sehnerv - unseren Hunden steht hier eine hervorragende Alternative zur Verfügung. Ein Schleier auf den Augen sollte aber immer fachliche Begutachtung finden, um eventuelle Verschlimmerung zu vermeiden.

Fremdkörper oder die Sandmännchen-Rückstände der letzten Nacht lassen sich mit einem sauberen Taschentuch vorsichtig entfernen.

Eine verletzte Hornhaut, wie Balou sie sich jüngst beim Stöbern durch die Brombeeren, zugezogen hat, gehört in Tierarzt-Hände. Keine Experimente! Und je eher Ihr professionelle Hilfe in Anspruch nehmt, umso schneller und günstiger kann die Heilung einsetzen: Wir haben mehrere Tage alle 2 Stunden (ja, auch Nachts) gecremt und getropft und konnten so eine Operation abwenden.

Fellpflege - mehr als ein Schönheitsideal

Natürlich lädt ein seidig glänzendes Haarkleid zum Streicheln ein. Mit den Fingern in eine wollige Haarpracht einzutauchen, entzückt nicht nur Kinder. Aber was braucht das Fell des Hundes?

Die Natur hat auch hier wieder einmal wunderbares geschaffen: Das Hundefell schützt Sommers wie Winters vor Hitze bzw. Kälte, die Haut und die Haaransätze sind durch eine Fettschicht imprägniert und halten so auch Nässe ab. Allerdings bleiben auch Gerüche, wie nach einem herrlichen Wälzbad in einem Kuhfladen wunderbar haften! Und Zecken, z.B. bietet das dichte Haar einen wunderbaren Nistplatz.

Gegen den Gestank kann man seinem Vierbeiner mit einem Wassereimer und einem Schuss Essig zu Leibe zu rücken. Der Befall von Parasiten muss individuell betrachtet und bekämpft werden.

Als wohltuende Massage empfinden viele Hunde das regelmäßige, sanftes Bürsten – es regt die Durchblutung an und unterstützt auch den Fellwechsel: Bei Balou ist der jedoch -aufgrund der stark schwankenden Witterungseinflüsse- nicht mehr 1 x im Frühjahr und 1 x im Herbst, sondern zieht sich auch schon einmal über mehrere Monate hin. Halb so wild! Dann wird eben in Feld & Flur gekämmt und Haus und Hof bleiben weitgehend von umherfliegenden Haarbüscheln verschont.

Ein Schuss Öl im Futter untersützt eine schöne, volle Haarpracht. Eine gesunde Ernährung ist jedoch grundsätzlich notwendig, um den gesamten Organismus optimal zu versorgen. Mit Nahrungsergänzungsmitteln, in Maßen angewandt, könnt Ihr wahrhaft Wunder erzielen. Doch auch hier gilt: Weniger ist oft mehr!

Ein dauerhaft stumpfes, glanzloses Fell sollte genau begutachtet werden, denn nur wenn man den Auslöser der Fellveränderung kennt, kann man gezielt für Abhilfe schaffen.

Die Hundenase - das wichtigste Sinnesorgan

An der Schnauzenspitze sitzt sie, die Nase. Mit 125 bis 220 Millionen Riechzellen, das wichtigste SInnesorgan des Hundes!

Um ein Vielfaches sensibler und ausgeprägter als das Riechorgang des Menschen, können Hunde alles Erschnupperte detailliert erkennen: das Alter einer Spur, unseren Gemütszustand, ja sogar Krankheiten können Sie erkennen.

Und wenn der Hund jemanden "nicht riechen kann", dann liegt das oft am Verhalten des Gegenüber.

Die Nase will also gut gepflegt sein und nach einer ordentlichen Mäusewühlaktion in Wald oder Garten, darf auch gerne mal mit dem feuchten Waschlappen über die Lakritznase gefahren werden.

In der Regel soll die Hundenase immer feucht und kalt sein, denn Hunde können nur über Nase und Pfoten schwitzen. Da sie aber nicht nonstop schwitzen, kann die Nase auch einmal trocken sein.

Lediglich eine dauerhaft warme und trockene Nase sollte genau beobachtet werden. Und Unsicherheiten gehören auch hier in die Hand eines Fachmanns.

Ohren zum Hören - UND Sprechen!

Ein empfindsames Organ, das nicht nur für´s Hören verantwortlich ist, sondern auch -neben Haltung und z.B. Rute- einen wesentlichen Teil der Körpersprache des Hundes abdecken!

Regelmäßige Kontrollen auf Verschmutzung, üblen Geruch oder Rötungen sollten daher selbstverständlich sein, denn auch kleine Entzündungen oder Ablagerungen können eine dauerhafte Beeinträchtigung nach sich ziehen.

Mit einem weichen Tuch ist das Außenohr schnell gesäubert - Wattestäbchen sind absolut tabu!

Verliert der Hund altersbedingt die Ausprägung des "gut" Hörens, zahlt es sich aus, bereits in jungen Jahren mit Sichtzeichen gearbeitet zu haben, denn so steht einer weiteren Mensch-Hund-Kommunikation nichts im Wege.

Auf Pfoten & Krallen durch die Welt

Sie tragen unsere Lakritznase durch´s Leben und wollen - genau wie unsere eigenen Füße - gepflegt sein.

Denn Hund läuft barpfotig auf verschiedenen Untergründen und die sind nicht immer sauber oder frei von möglichen Eindringlingen, wie Glassplitter oder kleine Steine. Nach dem Ausflug ist eine Prüfung der Ballen und ein Abwischen mit einem trockenen Tuch auf jeden Fall empfehlenswert. Und sofern sich ein Fremdkörper zwischen den Zehen eingenistet hat, wird Ihre Fellnase Ihnen dies ganz schnell anzeigen.

Im Winter eignet sich Vaseline zum Eincremen der Pfoten, damit das Streusalz ihnen nichts anhaben kann.

Die Krallenpflege geht beim regelmäßigen Spaziergang ganz von selbst. Sollte der Hund jedoch krankheitsbedingt nicht mehr richtig laufen können, ist eventuell eine Kürzung notwendig. Da sich Nerven im Teil des Nagels befinden, sollten Sie die Kürzung mit der Krallenzange einem Fachmann überlassen.

Zähne mit "Biss"

Zähneputzen oder nicht? Was bei uns Menschen mindestens zwei mal täglich usus ist, wird beim Hund oft verpönt.

Sicher, mit Bürste und Paste an das Schneidwerkzeug zu gehen, behagt oft weder Mensch noch Tier, aber eine regelmäßige Zahnpflege zahlt sich aus!

Denn Zahnstein kann man vorbeugen! Mit der tägliche Gaben von Knochen oder getrockneten Kauartikeln wird der Hund nicht nur beschäftigt, sondern auch den Ablagerungen an den Zähnen zu Leibe gerückt. Euer Hund wird Euch dafür (noch mehr) lieben.